Kapitel 6- World Wide Computer

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1967 entwickeln Universitäten gemeinsam mit dem Verteidigungsministerium ein Kommunikationsnetzwerk für den Austausch von Nachrichten unter Computern. 1990 schreibt Tim Berners-Lee den Code, der das Internet in die Hände aller legt. Seine Vision ist ein Netzwerk des Wissens für alle. Carr versucht in den nächsten Kapiteln einen Ausblick über die Entwicklung des Internets zu geben. Er analysiert Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen der Elektrifizierung und dem Aufkommen der Informationstechnologien von heute.

Carr sieht den Hauptunterschied in den Anwendungsmöglichkeiten. Bei der Stromversorgung gibt es eine klare Trennung, Kraftwerke produzieren den Strom, die Endgeräte stehen bei den Verbrauchern. Die Steckdosen markieren die Grenze, es würde keinen Sinn machen, unseren Staubsauger in einem Kraftwerk an die Steckdose anzuschließen. Der Verbrauch des Stromes erfolgt durch physische Verbraucher, die nicht von den fernen Erzeugern über das Netz zum Standort des Kunden transportiert werden können.

Bei der Informationstechnologie ist das anders. Die Anwendungen werden mit der Software ausgeliefert. Sie können ebenfalls als Versorgungsdienste über das Netz verteilt werden. Im Gegensatz zu den Staubsaugern können viele gemeinsam ein Softwareprogramm benutzen. Es muss noch nicht einmal lokal laufen. 1990 prägte SUN Microsystems das Motto: „Das Netzwerk ist der Computer“. Heute ist das Motto weit eher Realität als damals. Die verlegten Glasfaserkabel und Bandbreiten machen es möglich: Die Festplatte kann irgendwo im Netz liegen, die Rechenkapazität ebenfalls. Das World Wide Web hat sich tatsächlich in den Word Wide Computer verwandelt.

Eric Schmidt, damals Angestellter bei SUN, bezeichnete diese Arbeitsweise als „The Computer in the Cloud“. Er prägte damit den Begriff des Cloud Computings.

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