Kapitel 11- IGod

IGod„Das Internet verbindet nicht nur informationsverarbeitende Maschinen. Es verbindet Menschen. Es verbindet uns untereinander, und es verbindet uns mit Maschinen.“ Das Web speichert unsere Suchanfragen und bildet eine „Datenbank der menschlichen Absichten“, wie es der Autor John Batelle formuliert.

2005 startete Amazon einen Service mit dem Namen „Mechanical Turk“. Dahinter verbarg sich ein Softwareprogramm, das menschliche Fähigkeiten in seinen Programmablauf integrierte. Das Programm war in der Lage, eine Anforderung bei Amazon zu posten (bspw. die Bitte zur Identifizierung von Gebäuden auf Digitalbildern). User konnten diese Aufgabe lösen, dessen Lösung das Programm weiter als Input verarbeitete. In diesem Falle gibt nicht der Mensch der Maschine eine Aufgabe, sondern die Maschine dem Menschen.

Googles Suchmaschine arbeitet ähnlich. Google analysiert und bewertet die Links und ihre Häufigkeit, mit der sie von uns aufgerufen werden. Dieses „Page Ranking“ unterschied Google in der Konkurrenz zu anderen Suchmaschinenanbietern und führte zu einer besseren Trefferquote, die Google letztendlich in die heutige Monopolstellung führte.Unsere Informationen machen das Web jeden Tag intelligenter.

Dem klassischen HTML, der Auszeichnungssprache des Internets, sind enge Grenzen gesetzt. Das semantische Web soll als Nachfolger Computern ermöglichen, menschliche Texte zu verstehen. Maschinen werden in wenigen Jahrzehnten intelligenter als wir sein, mutmaßen Wissenschaftler. Der Biologe J. Z. Young beschrieb bereits 1950, auf welchen subtilen Wegen sich unsere Wahrnehmungen ändern, wenn wir neue Werkzeuge benutzen. Das gelte vor allem für Werkzeuge, die Informationen verarbeiteten. Warten wir ab, wie uns die Cloud formen wird.Neil Postman bemerkt, dass das Netz keine Anreize bietet, innezuhalten und tiefer über etwas nachzudenken.

Warten wir ab, wie uns unser neues Spielzeug, die Vernetzung unzähliger Computer,verändern wird!