Currywurst À la Mitte

 

CurryMitte in Berlin
CurryMitte in Berlin

Was wäre diese Stadt ohne verspätete S-Bahnen und schlabbrige Currywürste, die auf erkalteten Heizplatten ihr Dasein fristen, bevor ihnen dann endgültig im heißen Frittenfett der geschmackliche Garaus gemacht wird?

Die in Reiseführern allseits gelobten Vorzeige- Currywurstbuden lösen auch nur ansatzweise die dort gemachten Versprechen ein, Tendenz fallend.

Steigende Tendenzen lassen sich an meiner ehemaligen Lieblings- Currywurstbude unter den S- Bahn Bögen an der Friedrichstraße nur an den Preisen festmachen. Die Nachbarschaft der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young GmbH führt dazu, dass die Preise halbjährlich um (nur gefühlte?) 30% steigen. Dafür wurde ansatzlos die Größe der Colaflaschen von 0,3 auf 0,2 Liter heruntergeschraubt.

Die Zeiten werden teurer und härter. Zum Glück gibt es am Rosenthaler Platz eine Currywurst-Bude, die sich gegen den Zeitgeist stellt. Wer es nicht glaubt, statte ihr einen Besuch ab.

Nicht nur die Currywürste sind einen Besuch wert. Hier lassen sich auch hervorragend die Tücken des motorisierten Individualverkehrs auf einer der befahrensten Kreuzungen Berlins beobachten. Mutig und ihren Platz behauptend queren Schwärme von Fahrradfahrerinnen in chinesischen Größenordnungen die Kreuzung und weisen den Weg in die Zukunft. Scharen von Touristen legen Wert auf das Hier und Jetzt.

Nicht nur für den leiblichen und visuellen Genuß ist gesorgt. Dreihundert Meter weiter lädt die Bezirkszentralbibliothek Philipp Schaeffer in der Brunnenstraße 181 zum Schmökern ihrer gut sortierten Medienbestände ein. Sitzmöglichkeit im Innenhof inclusive.

Ein Platz, der rundherum uns Großstädtern zeigt, wieso es sich hier aushalten lässt. Den Sommer gibt es diesen Juli ausnahmsweise gratis dazu.