Absatzformatvorlagen in Word

Screenshot Word- Absatzmarke Ohne Absätze in Word ginge gar nichts

René Probst schrieb in seinem genialen und unerreichbar gebliebenem Word- FAQ Blog, das leider nicht mehr online ist: „Bedenken Sie dabei, dass Absatzmarken in MS Word keine Abstandshalter sind, sondern eine Funktion erfüllen.“

Absatzmarken speichern und steuern Absatz- und Zeichenformatierungen. Eine Absatzmarke speichert die Formatierungsinformationen des Textflusses, der v o r (!) ihr liegt. Dieser Bereich endet entweder an der nächsten davorliegenden Absatzmarke oder am Dokumentbeginn. Das wäre der einfachste Fall eines Word-Dokumentes, ein Absatz, eine Absatzmarke. Und nicht zu vergessen: Jedes Word-Dokument hat mindestens einen Abschnitt, der die Formatierungseigenschaften der äußeren Hülle des Word-Dokumentes speichert, wie Seitenränder oder die Formatierungseigenschaften der Kopf-/Fußzeilen.
Löschen wir eine Absatzmarke, übernimmt die im Textfluss hinter ihr liegende Absatzmarke deren Formatierungsbefehle. Die gelöschte Absatzmarke vererbt ihre Formatierungsinformationen an die nachfolgende. Gibt es nur eine Absatzmarke und diese wird gelöscht? Versucht es, es wird euch nicht gelingen. Eine Absatzmarke benötigt Word mindestens. Wo sollten auch sonst die Formatierungsinformationen gespeichert werden? In der Default-Einstellung  sind Absatzmarken in Word mit der Formatvorlage Standard verknüpft.

Absatzformatvorlagen in Word

Word stellt uns bereits wichtige Absatzformatvorlagen zur Verfügung: Integrierte Absatzformatvorlagen erstellen und formtieren uns Abbildungsverzeichnisse, Beschriftungen, Indexe und Inhaltsverzeichnisse.

Was sind typische Formatierungen, die wir für Absätze benötigen? Einzüge und Absatzabstände nutzen wir häufig. Der Abstand zwischen Überschriften (ebenfalls Absatzformatvorlagen!) und dem nachfolgenden Fließtext oder der Abstand zwischen einer Überschrift erster und zweiter Ordnung lässt sich über die Formatierungsbefehle bei den Absatzformatierungen einstellen.

Absatzformatvorlagen ermöglichen uns die Aktivierung der sogenannten Absatzkontrolle. Aktivierte Absatzkontrollen verhindern, dass der letzte Satz eines Absatzes auf einer neuen Seite beginnt (Schusterjungen) oder der erste Satz eines Absatzes auf der vorigen Seite (Hurenkinder). Wir können verhindern, dass Absätze getrennt werden, es findet dann kein Seitenumbruch zwischen den markierten Absätzen statt. Seitenumbrüche oberhalb erlauben uns, dass Überschriften erster Ordnung immer am Anfang einer Seite beginnen.

Kapitel 8 hat eines der gravierendsten Word-Mankos zum Thema, die Nummerierung. Erst ab Word-Version 2002 und der Einführung der Listenformatvorlagen ist eine stabile Nummerierung in Word möglich geworden. Das Konzept ist trotzdem gewöhnungsbedürftig, da wir das erste Mal eine Formatvorlage einer anderen Formatvorlage zuweisen. Ist dies verstanden, steht einer konsistenten und stabilen Nummerierung sogar in Word nichts mehr im Wege.

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